EPUB oder PDF: welches E-Book-Format sollten Sie nutzen?

Die kurze Antwort auf die Frage EPUB oder PDF: Nehmen Sie EPUB für Bücher, die Sie zum Vergnügen lesen, und PDF, wenn das genaue Seitenlayout zählt. Die vollständige Antwort ist allerdings interessanter, denn jedes Format wurde für ein anderes Problem entworfen. Sobald Sie den Unterschied zwischen umbrechendem Text und festem Layout verstanden haben, wissen Sie immer, wozu Sie greifen — und warum ein Roman in EPUB großartig ist, ein Chemielehrbuch aber weiterhin ins PDF gehört.

Der Kernunterschied: umbrechend oder fest

Diese eine Unterscheidung erklärt fast alles Weitere.

Ein PDF (Portable Document Format) hat ein festes Layout. Es hält eine Seite genau so fest, wie sie gestaltet wurde — dieselben Schriften, dieselben Bilder, dieselben Zeilenumbrüche — und friert sie ein wie eine Fotografie einer gedruckten Seite. Das ist perfekt, um Gestaltung zu bewahren, bedeutet aber, dass der Text sich nicht neu anordnen kann.

Ein EPUB ist umbrechend. Der Text ist nicht an eine Seite gebunden; er fließt so, dass er auf jeden Bildschirm und in jede Schriftgröße passt, die Sie wählen. Machen Sie die Schrift größer, verteilen sich die Wörter auf mehr Seiten, statt Sie zum Zoomen zu zwingen.

Das ist die ganze Geschichte von „umbrechend gegen fest” in wenigen Worten, und sie wirkt sich auf jeden praktischen Unterschied unten aus.

Lesbarkeit am Handy

Hier zieht EPUB für den Alltag deutlich davon.

Auf einem Handybildschirm ist eine PDF-Seite, die für A4 gestaltet wurde, winzig. Sie zoomen, ziehen und schieben hin und her, nur um einer einzigen Zeile zu folgen — eine ermüdende Art, ein 300-seitiges Buch zu lesen.

Ein EPUB dagegen wurde für Bildschirme jeder Größe gemacht. Stellen Sie die Schrift auf eine angenehme Größe, und jede Zeile passt automatisch in die Breite Ihres Handys. Für langes Lesen unterwegs gewinnt EPUB schlicht. (Neu bei EPUB? Beginnen Sie mit EPUB-Dateien auf Android lesen.)

Wann PDF weiterhin die richtige Wahl ist

PDF ist hier nicht der Verlierer — es ist der Spezialist. Greifen Sie zu PDF, wenn das Layout der Inhalt ist:

  • Lehrbücher und wissenschaftliche Aufsätze mit komplexen Abbildungen, Formeln und mehrspaltigem Satz
  • Formulare, die Sie exakt so ausfüllen oder drucken müssen, wie sie gestaltet wurden
  • Comics, Magazine und Kunstbände, bei denen die Seitenkomposition der Punkt ist
  • Dokumente, die exakt reproduziert werden müssen, etwa Verträge oder Handbücher
  • Noten und technische Zeichnungen, bei denen nichts verrutschen darf

In diesen Fällen ist das Verhalten der „eingefrorenen Seite”, das einem Roman schadet, genau das, was Sie wollen. Ein PDF garantiert, dass Sie sehen, was die Autorin beabsichtigt hat, auf jedem Gerät.

Dateigröße

Es gibt keinen allgemeinen Sieger, aber Tendenzen. Ein textlastiges EPUB ist meist kleiner als das entsprechende PDF, weil es strukturierten Text speichert statt eines gerenderten Bildes jeder Seite. PDFs, die im Kern gescannte Seiten sind, können stark aufblähen, da jede Seite praktisch ein hochauflösendes Foto ist. Für eine Bibliothek mit Hunderten Romanen ist EPUB in der Regel sparsamer — ein spürbarer Unterschied, wenn Sie eine große Sammlung auf dem Handy behalten.

Allerdings kann auch ein digital geborenes PDF (aus einer Textverarbeitung exportiert statt gescannt) recht kompakt sein. Die Größenstrafe zeigt sich vor allem bei gescannten Dokumenten, wo jede Seite ein Foto ist. Wenn der Speicher knapp ist und Sie überwiegend Prosa lesen, gewinnt ein Regal voller EPUBs fast immer.

Barrierefreiheit und Vorlesefunktion

Weil ein EPUB strukturierter, maschinenlesbarer Text ist, glänzt es bei Barrierefreiheit:

  • Die Vorlesefunktion kann es sauber vorlesen, Wort für Wort
  • Screenreader navigieren zuverlässig durch Überschriften und Kapitel
  • Legasthenie­freundliche Schriften und große Schrift lassen sich trivial anwenden

PDFs können barrierefrei sein, wenn sie sorgfältig ausgezeichnet wurden, aber viele — besonders gescannte — sind nur Bilder von Text, mit denen Screenreader und Sprachausgabe sich schwertun. Wenn Ihnen Hören wichtig ist, ist EPUB die sicherere Wahl. Siehe wie Sie Ihre E-Books mit der Vorlesefunktion hören.

EPUB und PDF im direkten Vergleich

MerkmalEPUBPDF
LayoutUmbrechendFest
Am besten fürRomane, Sachbücher, lange LektüreLehrbücher, Formulare, exakte Layouts
Lesbarkeit am HandyAusgezeichnetOft nur mit Zoomen
Schriftgröße ändernJa, freiEingeschränkt (nur Zoom)
Themen und DunkelmodusVoll unterstütztEingeschränkt
Typische DateigrößeKleiner (textbasiert)Größer (vor allem Scans)
VorlesefunktionStarkHängt von der Auszeichnung ab
Bewahrt exakte GestaltungNeinJa
Komplexe Abbildungen und FormelnKann scheiternAusgezeichnet

Was sollten Sie nehmen?

Eine einfache Entscheidungsregel:

  • Nehmen Sie EPUB, wenn Sie ein Buch von vorn bis hinten zum Vergnügen oder zum Lernen lesen, besonders auf Handy oder Tablet, und Schrift, Größe und Thema selbst bestimmen wollen.
  • Nehmen Sie PDF, wenn das exakte visuelle Layout entscheidend ist: Lehrbücher, technische Handbücher, Formulare, Comics oder alles, was Sie eventuell drucken.

Das Beste daran: Sie müssen sich nicht festlegen. Eine gute Lese-App verwaltet beide Formate in derselben Bibliothek, sodass Ihre Romane in EPUB und Ihr Nachschlagematerial in PDF bleiben, ohne die App zu wechseln.

Beides in einer App lesen

Aurora Reader öffnet EPUB und PDF — dazu FB2, MOBI, AZW3 und TXT — sodass Ihre ganze Bibliothek an einem Ort liegt. EPUBs bekommen die volle umbrechende Behandlung mit 10 Themen, 7 Schriften und einstellbarem Abstand, während Ihre PDFs pixelgenau bleiben, wenn das Layout zählt.

Wollen Sie das größere Bild aller Formate? Lesen Sie E-Book-Dateiformate erklärt, oder stöbern Sie in weiteren Leitfäden im Blog. Wenn Sie so weit sind, laden Sie Aurora Reader herunter — kostenlos, ohne Werbung.

Ein Mittelweg

Die Wahl oben ist etwas weicher, als sie klingt. Der PDF-Reader von Aurora Reader kann den Seitentext extrahieren und nach Ihren Leseeinstellungen neu umbrechen, sodass sich ein PDF-Roman wie ein EPUB liest.

Ohne Textebene geht das nicht, gescannte Seiten bleiben also außen vor, und Bilder, Tabellen und Spalten überstehen den Weg nicht. Nützlich, wenn das Layout nie der Punkt war.

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